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"ostafrikanischer Grabenbruch — Tanganjikasee"

 

 


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Pflanzen sehen im Aquarium nicht nur gut aus und runden die Optik ab, sie haben vielfältige Funktionen. Solange die Wasserwerte es zulassen, sollten sie deswegen im Becken integriert werden. Die meisten Aquarien werden mit nicht zu saurem oder hartem Wasser betrieben und es können vielfältige Pflanzen integriert werden.

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In anderen Beckentypen, wie z.B. einem Biotop auf dem Tanganjika See, wird es schwieriger. Hier wäre z.B. der PH Wert mit bis zu 9,5 sehr hoch und für die meisten Pflanzen ungeeignet, Javafarn (Microsorum pteropus), Speerblätter (Anubias) oder einige Pflanzen der Gattung Cryptocoryne (Wasserkelche) würden jedoch gehen.

Pflanzen nehmen CO² auf und erzeugen Sauerstoff, viele Tiere fressen die abgestorbene oder teils noch lebende Biomasse, sie verstecken sich in den Pflanzen, finden Schatten, können ihren Laich ablegen, die Brut kann sich verstecken oder es bildet sich zur freien Wasserfläche ein zweiter Lebensraum für andere Arten im gleichen Becken.

Die Pflanzen ziehen zudem die Nährstoffe aus dem Wasser wodurch das Wachstum von Algen gebremst wird. Sie sind somit mehr als nur ein Schutz vor Fressfeinden. Sie sind für viele Aquarientiere notwendig, damit diese sich wohl fühlen sowie die Becken mit Pflanzen besser funktionieren werden. In der in unseren Becken betriebenen „Biotop Aquaristik“ werden die Becken nicht mit Tieren oder Pflanzen überbelegt sondern es werden Tiere und Pflanzen kombiniert, wie es ihr natürlicher Lebensraum tun würde. Dieses bessert das Wohlbefinden vieler Arten sowie die Becken an Qualität in allen Belangen gewinnen.

Erscheinung oder Funktion?

Ein Wohnzimmeraquarium wird in der Regel deswegen eingerichtet, um schön zu wirken und oftmals werden Fische und Pflanzen integriert, die für das Becken an sich nicht zur Funktion beitragen oder diese sogar behindern. Gut funktionierende Becken sind jedoch immer die schöneren und deswegen sollte der Großteil der Pflanzen und Lebewesen so gewählt werden, dass das Becken besser funktioniert.

Das biotopgerechte Einrichten eines Aquariums sollte das oberste Anliegen eines Aquarianers sein, also Einrichtung/ Dekoration und besonders die Besatzwahl spielen eine sehr Blick auf die Pflanzen ..
wichtige Rolle! Bei Pflanzen hat man leider sehr häufig das Problem die passenden Pflanzen aus dem jeweiligen Biotop zubekommen und das wiederum heißt, dass wir hier und da schon einmal vom Biotop abweichen müssen. Dann spielt die Wasserchemie wiederum die entscheidende Rolle damit nicht nur die Optik erfüllt wird, sondern die Pflanzen auch eine reale Chance zu überleben haben.

Ein maßgebliches Problem sind Algen, die besonders dann viel Nahrung finden, wenn die Wasserbelastung durch z.B. große Fische, oder einem großen Besatz unweigerlich steigt.
Dann ist auch mit regelmäßigen Wasserwechseln die Nährstoffbelastungen im Becken oftmals noch sehr hoch, das ein Algenwachstum nicht ausgeschlossen ist.

Oftmals fehlt es den Pflanzen dann an Spurenelementen und sie können sich deswegen nicht richtig entwickeln bzw. wachsen kaum und somit verbleiben dann die Nährstoffe dann den Algen. Dem entgegenwirken können wir z.B. mit geeigneten Aquariendünger mit geringen Stickstoffkonzentrationen.

Wenn die Pflanzen dann immer noch nicht optimal wachsen, macht eine CO² - Begasung in vielen Fällen Sinn. Eine CO²-Anlage haben die meisten Aquarianer, die ein „Pflanzenbecken“ betreiben, in der Regel eh im Betrieb!

Optimal ist, wenn sich die Pflanzen ihre Nährstoffe aus dem Wasser ziehen und somit können sich Algen weniger stark/ garnicht entwickeln.

Eine Beleuchtung über 9 Stunden am Tag käme wiederum den Algen und nicht den Pflanzen zugute, wobei hier die Art der Beleuchtung der entscheidende Faktor ist!

Langsames oder schnelles Wachsen?

In unserem Becken „Papillon“ haben wir „Cladophora aegagropila“ (Mooskugeln) eingesetzt. Sie sehen gut aus und bieten dazu noch eine Funktion:

Südamerika - Papillon

Auf ihnen wachsen Mikroorganismen und diese werden z.B. durch die „Neocaridina heteropoda var. Red“ (Red Fire – Garnele), abgeweidet. Garnelen fühlen sich nur mit feinfiederigen Pflanzen (Garnelenpflanzen) wohl. Mooskugeln wachsen jedoch nur extrem langsam und bis sie ihre volle Größe erreichen, vergehen schnell einmal 10 Jahre. Mooskugeln ziehen somit kaum/ wenig Nährstoffe aus dem Wasser und sind damit keine Lösung gegen die Algen.

Die „Echinodorus tenellus“ (grasartige Zwergschwertpflanze), eine passende Pflanze für den Vordergrund, wächst hingegen sehr schnell, wenn die passenden Bedingungen geschaffen werden und ist dennoch für Garnelen und viele andere Aquarienbewohner sehr geeignet. Die „Echinodorus grisebachii ‚Bleherae‘“ (große Amazonas-Schwertpflanze), eine Pflanze für den Hintergrund, wächst ebenfalls schnell und zieht sehr viele Nährstoffe aus dem Wasser.

Schnell wachsenden Pflanzen sollten häufiger gelichtet und zurück geschnitten werden, sie sollen nicht im Becken absterben und dort verbleiben, da zu viel abgestorbene Biomasse immer aus dem Becken entfernt werden muss. Damit die Pflanzen schnell wachsen, müssen im Becken natürlich immer die passenden Bedingungen geschaffen, so manche Bewohner (Fische wie Wirbellose) sind für Pflanzen Gift, da sie auf ihrer Nahrungsliste stehen.

Schwerpunkte: Pflanzen oder Steine und Wurzeln?

In unseren Becken Papillon oder WildWildWest versuchen wir stets die Einrichtung/ Dekoration so zu wählen, dass wir es allen Bewohner recht machen. Der Versuch Biotope nachzubilden ist nicht immer einfach und man muss des Öfteren Kompromisse eingehen. Viele Aquarianer haben derart begrünte Becken, dass Steine, Wurzeln oder Kiesflächen kaum noch zu sehen sind. Das liegt zum einem am unterschiedlichen Geschmack, aber in der Regel an dem jeweils verfolgtem Ziel!

Wild Wild West
Auch bei stark begrünten Becken darf ein regelmäßiger Wasserwechsel nicht ausbleiben, der durchaus mit nährstoffärmerem Wasser erfolgen kann. Wenige Pflanzen wirken sich weniger intensiv auf das Aquarium aus, aber haben trotzdem eine tolle optische Wirkung im Becken.
Wer eine Biotop Aquaristik betreiben möchte, sollte nicht zu viele Pflanzen und Tiere im Becken integrieren, da dieses dem natürlichen Lebensraum zum Teil nicht mehr entsprechen würde. Wenn es jedoch zur „grünen Hölle“ wird, muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Pflanzenmasse im Becken abstirbt! Hierbei muss man sich im Klaren sein, das sich der Arbeitsaufwand immens erhöht. Die Reinigung ist unheimlich wichtig, da auch der organische Abbau von Pflanzen das Beckenwasser stark belastet. Ein durch Pflanzen funktionierendes Aquarium verbessert die Erscheinung ungemein, aber wie man auf unserer Webseite sehen kann, gibt es für den Aquarianer immer einen großen Gestaltungsspielraum.

 

Quellen:
Wirbellose-aquarium.de
Aquarium-ratgeber.com
Wikipedia.de

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