Automatisierte Fütterung

[mit ProfiLux („GHL–Aquariumcomputer“) oder mit einer programmierbaren Steckdosenleiste]futter2

Automatisierungen müssen nicht immer teuer sein. In diesem Beitrag möchten wir euch zwei Möglichkeiten vorstellen, wie man eine Fütterung automatisieren kann.


Die erste und somit teure Variante zeigt die vollautomatische Fütterung mit allen Extras in Verbindung mit einem Aquariumcomputer der Firma GHL.
Die zweite günstige Variante beschreibt die zeitgesteuerte Fütterung über eine programmierbare Steckdosenleiste.

Die Ernährung im allgemeinen soll hier nicht das Thema werden (hierzu siehe "Pflege und Erhährung") , sondern vielmehr, wie ich auch während einer Abwesenheit meine Fische weiterhin zuverlässig versorgen kann!

ProfiLux (GHL - Aquariumcomputer)

Es gibt die verschiedensten Futterautomaten auf dem Markt die einem in so einer Zeit die Fütterung abnehmen können. In diesem Beispiel möchten wir euch zeigen, wie man die Fütterung automatisieren kann in Verbindung mit einem „GHL – Aquariumcomputer“.
Wir benutzen einen EHEIM Futterautomat 3582 Twin (zwei getrennte und belüftete Futterkammern mit zwei Futterschnecken), der mit wenigen Handgriffen zu einem konstanten, stabilen System umgebaut und danach über eine schaltbare Steckdose angesprochen werden kann.


Für den Umbau des Futterautomaten auf eine konstante Stromquelle haben wir uns entschieden um,

  1. keine Probleme mit der Leistung zu bekommen (schwache Batterien) und
  2. der wichtigste Grund, damit ich den Automaten ansprechen/ Befehle erteilen kann.

futter1

Der Umbau ist einfach und wird mit wenigen Schritten für jeden machbar. Man entfernt die Batterieabdeckung, ganz normal als wenn man die Batterien einlegen möchte und ersetzt jetzt die Batterieversorgung mit Strom, indem man an die beiden Pole eine Kabelverlängerung lötet und die Kabel mit einem Klinkenstecker verbindet.

futter2

Es ist auch möglich jede Förderschnecke einzeln an zu steuern, was aber einen Mehraufwand bedeuten würde.
Ein passendes Netzteil mit integriertem Klinkenstecker bekommt man in jedem gut sortierten Elektrofachhandel. 

Danach macht man sich an die Programmierung des ProfiLux, indem man hier die Futterpausen sowie diverse gewünschte Zusatzreaktionen aktiviert, wie z.B. Abstellung von Strömungspumpen, um das Verwirbeln von Futter während der Fütterung zu vermeiden.

In diesem Beitrag gehen wir bewusst nur auf wesentliche Schritte ein um diese Beschreibung nicht unnötig in die Länge zu ziehen und dem Leser nicht die Lust zu nehmen diese Information zu studieren.

Falls detaillierte Informationen benötigt werden einfach melden.

Zu den Einstellungen im Einzelnen:

                  • Einstellung der Futterpausen inkl. Dauer der Fütterung (Start – Ende Gesamtvorgang)
                  • Zusatzfunktionen einstellen (z.B. Strömungspumpen)
                  • Anschluss modifizierter Futterautomat an schaltbarer Steckdose GHL (z.B. STDL4-D)
                  • programmierbare Logik nutzen um die Futterzeiten (Tage und Zeiten sowie Futterdauer) jetzt zu bestimmen

Einstellen der Futterpause am ProfiLux

[>weg ProfiLuxControl PLC]

[> Extras > Futterpause]
Hier können bis zu vier (je Firmware) Futterpausen eingestellt werden, dabei wird hier die Dauer der Futterpause (Start – Ende inkl. Futtergabe) festgelegt und eine Beschreibung eingefügt, sowie eine Schaltzeituhr gewählt, die dann die Futterzeiten steuert.

 Ftterpause

 Zusatzfunktionen einstellen (hier Strömungspumpen)


[> Extras > Strömungspumpen]
Hier kann bei allen angeschlossenen „steuerbaren“ Strömungspumpen die Kennzeichnung gesetzt werden, das bei Futterpause (Dauer Start – Ende) die Strömung abgeschaltet werden soll, der ProfiLux schaltet bei Fütterung jetzt automatisch die Strömungspumpe (n), für die in Futterpause angegebene Zeit aus.


Strmungspumpe

 Anschluss modifizierter Futterautomat an schaltbarer Steckdose (z.B. STDL4-D)


[> System > Steckdosenfunktion]
Die schaltbaren Steckdosen (GHL) sind durchnummeriert. In diesem Beispiel verknüpfen wir jetzt die Steckdose (hier = S4 – Anschluss Futterautomat) über Funktion mit einer programmierbaren Logik um Einfluss auf die Futterpause/ Futtermenge und Futterzeit nehmen zu können.

 Steckdosenfunktion

 Programmierbare Logik (prog.Logik) erstellen

[> prog.Logik > Neu]
Dieser Vorgang ist etwas komplizierter und Bedarf einiges an Verständnis und Wissen um die eigenen Wünsche in eine programmierbaren Logik zu verwandeln.
Eins sei gesagt, hier sind kaum Grenzen gesetzt!

Um diesen Beitrag nicht ausarten zu lassen gehen wir nur kurz auf die programmierbare Logik ein und zeigen nur was nötig ist um die vollautomatische Futterpause zu realisieren.

 ProgLogikeinfach

Der Vorteil dieser Umsetzung liegt ganz klar in der Genauigkeit der Steuerung des Futtervorganges.

Die Programmierung der einzelnen „Gatter“ bezieht sich auf gewünschte Reaktionen der angeschlossenen/ genutzten Hardware (Filter/ HMF/ TUNZE/ Steckdose usw.). Man verknüpft hier einfach die vorprogrammierte Futterpause des ProfiLux mit den geänderten Werten/ Wünschen indem man im sagt, das z.B.:

  • wenn die Futterpause gestartet wird, gewünschte Steckdosen abgeschaltet werden wie z.B. HMF – Pumpe oder der Filter (G1)
  • wie lange die Verzögerung dauern soll nachdem die Strömungspumpe abgeschaltet hat bis die Futtergabe beginnen soll (damit sich das Wasser im Becken beruhigen kann) (G2 hier 10 Sekunden)
  • wie lange die eigentliche Futtergabe dauern soll, also die Laufzeit des EHEIM Twin während der Futterpause (G3 hier 25 Sekunden), diese Dauer ist abhängig von der Futtersorte im Automaten, dies sollte vorher durch testen (Menge bei X Sekunden) ermittelt werden und die Laufzeit in die prog.Logik einstellen zu können
  • wann die Futterpause (Gesamtvorgang) starten soll die in der Zeitschaltuhr ProfiLux X programmiert werden kann (dort können verschiedenste Daten programmiert werden, z.B. Di/ Do und So um X Uhr Futterpause, oder Di/ Do um X Uhr und Fr/ So um eine andere Uhrzeit usw.) (G4)

Somit hat man die Möglichkeit nicht nur die Gesamtdauer der Fütterung zu beeinflussen, sondern man bestimmt den Zeitpunkt (Tag und Uhrzeit) sowie die Menge des Futters und kann sogar verschiedene Futtersorten füttern.

Fütterung mit programmierbarer Steckdosenleiste

Das Grundprinzip/ Ziel bleibt gleich, jedoch zeigen wir hier eine günstige Alternative zum oberen Beispiel. Hierzu benötigt man ebenfalls einen Futterautomaten, der gleich wie oben mit einer konstanten Stromquelle umgebaut werden muss. In diesem Fall empfiehlt sich z.B. eine programmierbare Steckdosenleiste von Gembird (SIS-PMS USB mit EMI/ RFI-Filter – keine Angst, die Software läuft z.B. auch unter Win7), diese ist multifunktional und kann programmierte Abläufe auch ohne Dauerverbindung zu einem Computer gehalten und ausgeführt. Die Steckdosenleiste hat zwei permanente und vier programmierbare Steckdosen!
Hier gibt es aus unserer Sicht nur einen Nachteil, die Dosierung/ Schaltzeit ist nicht so fein abstimmbar durch die Zeiteinstellungen, d.h. hier ist die kleinste Schaltdauer einer Steckdose auf 1 Minute programmierbar, was nicht für jede Art von Becken/ Fütterung geeignet ist, weil die Menge dadurch vorgegeben ist. Der EHEIM Twin ist dadurch nicht unbedingt geeignet für dieses Vorhaben. Aber es gibt diverse andere batteriebetriebene Futterautomaten z.B. mit Futterkammern, die durchaus so umgebaut werden können das sie mit dieser Steckdosenleiste betrieben werden können.
Die Programmierung ist denkbar einfach und wird über eine direkte USB – Verbindung mit dem PC gemacht.
Mehrfach Einträge und Loops (Wiederholungen) sind separat einstellbar und ermöglichen es, die Fütterung flexibel zu gestalten.

FAZIT

Die hier aufgezeigten Beispiele zur Automatisierung von Fütterungen zeigen, dass auch bei etwas längerer Abwesenheit die Gewohnheiten der Aquarienbewohner nicht darunter leiden müssen.
Es gibt immer mehrere Wege, die nach Rom führen und wie man sieht, sind nicht alle unerschwinglich.
Fakt ist, das man die individuelle Fütterung auch automatisieren kann ohne ein Vermögen zu investieren und vor allem ohne das unsere geliebten Aquarienbewohner darunter leiden müssen.
Falls ihr weitere Informationen benötigt oder Hilfe bei der Umsetzung, bin ich jederzeit gerne bereit, zu unterstützen.

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